Unsere Kollegin Mertxe Rosete, Leiterin der Abteilung für Arbeitsschutz, Umwelt und Energie bei Aratubo, hat die Fragen des Präventionsmagazins „Segurmanía“ von Confebask beantwortet.
Hier können Sie das ganze Interview lesen
Aratubo widmet sich der Herstellung und Bearbeitung von geschweißten Stahlrohren sowie der Herstellung von Stahlrohren für die Automobilindustrie. Welches sind die größten Berufsrisiken für die Beschäftigten bei dieser Art des Herstellungsprozesses?
Die Art der Herstellung, die wir bei Aratubo durchführen, birgt eine Reihe von branchenspezifischen Berufsrisiken. Die schwerwiegendsten Gefahren sind das Herabfallen von schwebendem oder gestapeltem Material, Einklemmen in Maschinen und Kollisionen. Hinzu kommen Überanstrengung, Lärm und die Gefährdung durch chemische Schadstoffe. Die größten Gefahren treten bei Wartungsarbeiten und Arbeiten auf, die von Subunternehmern ausgeführt werden und bei denen es auf eine gute Koordination ankommt. Genau in diesen Bereichen finden die gefährlichen Arbeiten in großer Höhe statt, die noch mehr Aufmerksamkeit und Kontrolle erfordern. Alle unsere Bemühungen sind darauf ausgerichtet, diese Risiken so weit wie möglich zu reduzieren.
Welche Bedeutung misst Ihrer Meinung nach Aratubo dem Thema Arbeitsschutz bei?
Vor meiner Tätigkeit bei Aratubo hatte ich die Gelegenheit, für eine Berufsgenossenschaft zu arbeiten, und schon damals, vor mehr als 20 Jahren, war mir klar, wie sehr sich Aratubo in diesem Bereich engagiert hatte. Dieser Eindruck, den ich damals als Außenstehende erhielt, hat sich bei meinem Eintritt in das Unternehmen noch verstärkt. Seit Gründung des Unternehmens stellt der Arbeitsschutz für Aratubo und die gesamte Grupo Arania ein wichtiges Anliegen und vor allem eine konstante Aufgabe dar. Es gibt eine besondere Sensibilität im Hinblick auf die Präventionskultur, die dank des ständigen Engagements des Unternehmens und der Beschäftigten umgesetzt wird. Sensibilisierung beginnt beim Unternehmensvorsitz und reicht bis zu den letzten Neuzugängen.
Welche im Laufe Ihrer Arbeit bei Aratubo umgesetzten Maßnahmen oder Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit und Prävention würden Sie als die wichtigsten hervorheben? Könnten Sie uns Programme oder Initiativen nennen, die sich deutlich auf die Reduzierung von Arbeitsunfällen und Vorfällen ausgewirkt haben?
Als erstes möchte ich das Engagement und die Mitwirkung der Belegschaft hervorheben. Darüber hinaus möchte ich die Bedeutung der äußerst wichtigen Arbeit des Arbeitsschutzausschusses betonen, ein perfekter Kanal für die Übermittlung von Anliegen, Debatten und Aktionen. Der Ausschuss übernimmt eine Führungsrolle, bei der aktives Zuhören an erster Stelle steht. Und diese Art zu arbeiten, funktioniert.
Ich glaube, dieses kürzlich von uns produzierte Video zeigt deutlich die Haltung, die in der Grupo Arania im Hinblick auf Prävention vorherrscht:
Wie gelingt es Aratubo, dass sich die gesamte Belegschaft einbezogen und für die Sicherheit verantwortlich fühlt?
Die drei Schlüsselelemente sind Kommunikation, Partizipation und Schulung.
Wie ich bereits sagte, wird die Sensibilisierung für die Sicherheit von oben nach unten und von unten nach oben umgesetzt. Auf diese Weise erfolgt die Kommunikation und Verbreitung entlang der gesamten Unternehmenshierarchie.
Die von uns eingesetzten, vielfältigen Kommunikationsmittel sind der Schlüssel dazu, dass alle Teams nicht nur informiert sind, sondern auch ihren Beitrag leisten und sich einbezogen fühlen.
Wir verfügen zum Beispiel über ein internes Programm, das jeden Vorfall aufzeichnet, so dass sofort Maßnahmen ergriffen werden können. Auch das Anschlagbrett wird für Mitteilungen genutzt, die als relevant erachtet werden und jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter einbeziehen sollen.
Parallel dazu arbeiten wir an unserem Übergang zu einem nachhaltigen Unternehmen. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz wurde nicht nur die körperliche Sicherheit, sondern auch das emotionale und mentale Wohlbefinden unseres Teams in den Vordergrund gestellt. Wir sind sehr darauf bedacht, in Unternehmen mit starken Werten zu arbeiten. Nachhaltigkeit steigert das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Und das alles natürlich, ohne die Nähe zu verlieren. Prävention kann man nicht nur vom Büro aus betreiben. Man muss sich bewegen.
Können Sie ein Beispiel dafür nennen, wie die Technologie die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert hat?
Die Technologie war ausschlaggebend, um die Sicherheit in der Industrie zu fördern und zu verbessern.
Ich könnte viele Beispiele nennen, wie die Einführung fortschrittlicher Systeme zur Kontrolle mechanischer Risiken und zur Verhinderung des Herabfallens von schwebendem Material. Zum Beispiel Vorrichtungen, die die Anwesenheit von Personen in Gefahrenbereichen erfassen oder Störungen erkennen und die Maschinen automatisch stoppen, um Unfälle zu vermeiden. Darüber hinaus sorgen Sicherheitsumzäunungen dafür, dass Gefahrenbereiche nur bei stillstehenden Maschinen betreten werden können, so dass die Möglichkeit einer ungewollten Berührung ausgeschlossen ist. Im Bereich der Materialwirtschaft minimieren die automatischen Lager menschliche Fehler in Gefahrenbereichen und die Wägezellen an Kränen und Hebezeugen erkennen automatisch Überlastungen und verhindern so Zusammenbrüche oder strukturelle Mängel, wodurch das Risiko von herabfallendem Material reduziert wird. Und schließlich wurden für Arbeiten, die von einer Einzelperson durchgeführt werden, Vorrichtungen installiert, die Stürze oder längere Zeiten der Inaktivität erkennen und sofort einen Alarm an das Sicherheitsteam senden.
Welche Rolle spielt die interne Kommunikation bei der Förderung einer Sicherheits- und Präventionskultur in Aratubo? Welche Strategien werden eingesetzt, um sie zu verbessern?
Die interne Kommunikation ist von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, eine Präventionskultur zu fördern und unter Einbeziehung aller Beschäftigten des Unternehmens weiterzuentwickeln.
Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Kultur der Sicherheit in der Stahlindustrie in den letzten Jahren entwickelt?
In den letzten Jahren hat die Sicherheitskultur in der Stahlindustrie aufgrund des technologischen Fortschritts, gesetzlicher Änderungen und einer stärkeren Sensibilisierung hinsichtlich der Prävention einen grundlegenden Wandel vollzogen. Wir sind von einem reaktiven Ansatz, bei dem Maßnahmen erst nach einem Unfall und aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen ergriffen wurden, zu einem proaktiven Modell übergegangen, bei dem der Schwerpunkt auf der Beseitigung von Risiken liegt, bevor sie eintreten.
Jetzt legen wir den Schwerpunkt nicht mehr nur auf die mechanischen Gefahren, sondern berücksichtigen auch die psychosozialen Risiken. Erreicht wurde dies durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien, kontinuierliche Schulungen und aktive Beteiligung, wodurch die Sicherheit als ein grundlegender Wert gefestigt und sicherere und effizientere Arbeitsumfelder geschaffen wurde. Dennoch kommt es im Stahlsektor weiterhin zu tödlichen Unfällen, was uns zeigt, dass die Arbeit in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen ist. Das Ziel ist stets, die Zahl der Unfälle auf null zu reduzieren und ein immer sichereres Arbeitsumfeld zu schaffen.
Welches sind mit Blick in die Zukunft die größten Herausforderungen im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, denen sich Aratubo stellen muss? Wie werden sie angegangen?
Zu den wichtigsten Herausforderungen im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gehören das Management psychosozialer Risiken, die Verbesserung der Ergonomie, die Verstärkung der Sicherheit bei sicherheitskritischen Arbeiten und die Interaktion zwischen Tätigkeiten mit externen Unternehmen. Letzteres insbesondere vor dem Hintergrund, dass Arbeiten immer schneller erledigt werden, was eine effiziente Koordinierung erfordert, um sicherzustellen, dass sie nach den gleichen Sicherheitsstandards arbeiten und mit unserer Politik übereinstimmen.
Wir nehmen diese Herausforderung in Angriff, indem wir auf neue Technologien und Innovationen im Bereich Ergonomie setzen. Was die psychosozialen Risiken angeht, so entwickeln wir Programme zur Unterstützung und für das Wohlbefinden, die auf die mentale und emotionale Gesundheit unserer Beschäftigten ausgerichtet sind.
Bei sicherheitskritischen Arbeiten und bei der Zusammenarbeit mit externen Unternehmen verstärken wir die Überwachung und fördern eine engere Koordinierung, um sicherzustellen, dass alle Tätigkeiten nach den gleichen Sicherheitsstandards durchgeführt werden.
Darüber hinaus engagieren wir uns nach wie vor für eine kontinuierliche Weiterbildung.
Auf jeden Fall sind wir bei Aratubo davon überzeugt, dass wir die Herausforderungen richtig angehen, und das wird auch von externen Prüfern bestätigt.